Wie man Glück lernen kann

Das Thema heute ist etwas, das uns alle im Leben umtreibt, nämlich: Glück und Freude. Und wenn du schon ein paar Jahre lebst, dann hast du festgestellt, dass das durchaus ein schwieriges Gefühl ist. Dass es offensichtlich gar nicht so leicht ist glücklich zu sein und wirklich Freude zu empfinden. Nicht mal nur kurz Spaß zu haben, sondern wirklich dieses herzberührende Gefühl. Das, bei dem der Brustkorb weit wird, wo du wirklich tiefe, tiefe Freude empfindest, wo du meistens auch berührt bist.

Glück und Freude – gar nicht so leicht auszuhalten

Freude und Liebe und Glück, das sind ganz berührende Gefühle, die uns nahe gehen. Und vielleicht hast du schon mal festgestellt, dass du anfängst Katastrophenszenarien in deinem Kopf zu modellieren? Immer dann, wenn dir wirklich etwas sehr nah geht?

Also du fühlst diese totale Liebe für dein Kind, für deinen Partner oder deine Partnerin und fast schon im gleichen Moment kommt dieses „um Gottes Willen, wenn da was passiert oder wenn ich die verliere!“. Und das ist, als würden wir selber einen Deckel draufhauen und dann fragt man sich, „warum tue ich das eigentlich?“. Das ist eine wichtige Frage. Genauso wie: woher kommt das eigentlich? Wie kommt Glück und Freude wirklich in unser Leben? Und wie können wir mehr davon haben? Wir leben auch hier wieder in einer Gesellschaft, die uns sagt, dass Glück etwas ist, das von außen kommt: es muss etwas passieren und das macht mich dann glücklich.

Wie Freude im Körper entsteht

Dem ist aber überhaupt nicht so, man hat festgestellt dass Menschen zum Beispiel einen Setpunkt von Glück durch ihre Erziehung haben. Das hat viel damit zu tun, wie viel Raum ich in mir habe. Glück und Liebe und Freude, das sind expandierende Gefühle, wir brauchen Raum dafür. Und das Spannende ist, dass wir das lernen müssen, diesen Raum tatsächlich zu halten. Das haben wir als ganz kleine Kinder gelernt. Immer dann, wenn unsere Eltern uns geliebt, gekitzelt und sich mit uns beschäftigt haben und wirklich Spaß mit uns hatten. So haben wir gelernt, dass es etwas schönes ist, wenn die Energie hochgeht. Und Kinder freuen sich ja noch mit dem ganzen Körper.

Viele von uns haben aber gelernt, wenn wir zu weit werden, uns freuen und quieken, dann kommt jemand und sagt „jetzt musst du aber mal ein bisschen stiller sein, jetzt reicht’s aber“. Oder wir wurden böse angeguckt oder es hat sich sowieso nie jemand mit uns gefreut, weil sich unsere Eltern vielleicht gar nicht freuen konnten.

Freude wieder lernen

Also: wir müssen Freude lernen, weil es ein verkörpertes Gefühl ist, ohne Körper kannst du dich nicht freuen.

Und wenn du einfach mal mit mir experimentierst, wenn du womöglich irgendwo alleine bist und nur mal an das Wort „Freude“ denkst. Und in deinem Körper mal so tust „als ob“ und im ganzen Körper sagst „oh, ist das schön“. Dann wirst du eine Resonanz fühlen: entweder fängst du an Freude zu spüren oder du fängst womöglich an dich zu schämen und es ist dir peinlich. Und dann hast du einen Hinweis, wie dein Verhältnis zu Freude ist. Expansion macht Angst, wir haben alle gelernt, dass, wenn wir zu berührbar und zu offen sind, womöglich jemand dazwischen schlägt. Und deshalb spielen wir es lieber sicher, halten den Ball flach. Dafür gibt es 1000 Ausdrücke, die genau das sagen: bloß nicht zu groß werden, bloß nicht zu viel strahlen. Irgendjemand wird was Verletzendes machen, irgendjemand wird einen deckeln. Und deswegen machen wir es quasi schon selber, wir haben sowas wie ein inneres Gebot, sobald wir den Punkt erreichen, an dem wir denken „jetzt wird’s gefährlich“ fangen wir an uns selber zu deckeln. Entweder durch Gedanken, die wir dann haben oder dass wir dann merken „oh, das ist aber anstrengend“ oder „oh, jetzt werde ich unsicher“.

Was macht dich eigentlich glücklich?

Und das andere ist: was macht dich überhaupt glücklich? Ist das wirklich etwas von außen? Oder ist das womöglich etwas, was wir lernen können als Gefühl selber zu erzeugen? Damit experimentiere ich zur Zeit ganz viel: ich meditiere das Gefühl Freude oder das Wort Freude und da ist ein Gefühl mit verbunden. Und es ist total irre zu merken, dass mein System, mein Körper in Resonanz mit dem Wort geht und alles offener wird. Und ich anfange Freude zu fühlen, völlig unabhängig davon, was draußen ist.

Deshalb lade ich dich einfach mal dazu ein, damit zu experimentieren. Was ist ein Wort mit dem du in Resonanz gehst, wo du plötzlich merkst wie in deinem Körper das Gefühl entsteht und wie fühlt sich das körperlich an? Und dann versuchst du es mal weiter werden zu lassen, ohne dass irgendetwas von außen passiert. Das einfach als Anregung.

Übe dich in Dankbarkeit

Und das andere ist: wir kriegen oft vorgemacht, dass Glück etwas ist, das vorbeiläuft, das muss kommen. Aber es ist ganz viel unsere Sicht der Dinge. Hast du schon mal versucht Glück und Freude dafür zu empfinden, dass heute die Sonne scheint? Bestimmt, das haben die meisten von uns öfter, vor allem nach einem langen Winter. Aber vielleicht einfach dafür, dass der Busfahrer dich freundlich grüßt, wenn du einsteigst, wenn er es denn tut. Oder dass er überhaupt fährt, dieser Bus? Ist das nicht irre? Viele Länder dieser Welt kennen das gar nicht. Und ganz eng mit Freude ist wirklich Dankbarkeit verknüpft. Dankbarkeit kann ich lernen und praktizieren und Dankbarkeit bringt mehr Freude in uns hinein.

Und dann: habe den Mut glücklich zu sein!

Aber das Wichtigste ist wirklich, dass wir lernen mutig zu sein und diese Expansion zuzulassen und nicht mehr immer zu denken „oh, dann werde ich verletzt“. Verletzungen werden passieren, sie gehören zum Leben dazu, aber sie vernichten uns nicht mehr. Das funktioniert nicht mehr. Dinge tun weh, ja, dann müssen wir weinen, aber der Verzicht auf Glück und Freude wiegt das nicht auf. Letztlich musst du das natürlich für dich entscheiden, aber meistens funktioniert es nicht, dass wir weniger verletzt werden, wenn wir den Ball ganz flach halten.

Gut, aber darüber rede ich ein anderes Mal, über den Umgang mit Verletzung, jetzt geht’s mir wirklich darum, dass du Freude und Expansion praktizierst. Und schau mal, wie sich’s anfühlt.


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