Seit 30 Jahren arbeite ich mit Menschen und leite Gruppen. Ich habe gelernt, dass die meisten Menschen sich in ihrem Leben verändern wollen weil Angst oder Schmerz zu groß werden. Wir neigen dazu im Status Quo zu verharren, so lange es geht.

Interessanterweise hat mich gerade die Beschäftigung mit Trauma, Depression und Ängste dazu geführt mich mit dem Gegenteil zu beschäftigen. Was ist das Gegenteil von Schmerz, Angst und Trauma? Das ist eine spannende Frage, denn das Gegenteil von Angst ist nicht Angstfreiheit, das Gegenteil von Schmerz ist nicht schmerzfrei zu sein. Denk mal einen Moment nach: Was denkst du, was das Gegenteil von Leiden ist?

Durch das Studium der Neurowissenschaften, durch die Beschäftigung mit Psychologie, Psychotherapie und Bindungsforschung, aber auch mit fachfremden Bereichen, wie Ökologie, Evolution und unser Verhältnis zu Natur und Erde, vor allem aber durch die Arbeit mit so vielen Menschen im Laufe der Jahre, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass der Kern eines erfüllten Lebens (und das Gegenteil von Schmerz, Trauma, Angst, Depression u.a.) LEBENDIGKEIT ist.

Wir wollen uns lebendig fühlen!

In den letzten Jahren wird die Vorstellung immer mehr gehypt, dass wir alle glücklich sein wollen oder können. Das ist Unsinn – mit Verlaub gesagt. Glück ist ein Gefühl und kein Zustand und Gefühle kommen und gehen.

Lebendigkeit ist viel umfassender und begrenzt uns nicht. Man kann sich auch lebendig fühlen, während man Angst hat. Wir können uns lebendig fühlen und weinen. Wir können uns lebendig fühlen, während wir arbeiten oder erschöpft sind.

Die große Frage, die sich mir gestellt hat ist: wie werde ich immer lebendiger?

Ich glaube inzwischen, dass weder Coaching Ansätze noch die Psychotherapie 100% richtig liegen. Die meisten Coaching Ansätze fokussieren auf Tun und Machen und den Blick in die Zukunft. Die meisten Psychotherapien glauben bis heute, dass eine Wiederholung des Alten, der Blick in die Vergangenheit alles verändert und eine positive Zukunft bringt.

Meine Erfahrung sagt, dass beides nicht stimmt.

Was brauchen wir dann?

„Weisheit betritt den Menschen durch die Füße und nicht über den Kopf“
Ruma (Volk des Amazonas)

Ich glaube nach wie vor, dass wir uns von Altlasten befreien müssen, damit wir das Leben anders und neu erleben können. Wir brauchen ein Bewusstsein dafür, wo wir herkommen und welche hinderlichen Muster sich daraus ergeben haben. Wir müssen erkennen durch welche Brille wir unsere Welt wahrnehmen, damit wir verstehen, warum manche Dinge in unserem Leben so sind, wie sie sind.

Gleichzeitig müssen wir aber bewusste neue Erfahrungen machen und unseren Spielraum erweitern und neue Verhaltensmuster lernen, die wir ausprobieren und dann sehen, dass die Welt um uns herum sich plötzlich ändert.

Das was wir ganz dringend brauchen, um uns lebendig zu fühlen und was sowohl Coaching als auch viele Therapieformen vergessen, ist unser Körper. Unsere Körperlichkeit lässt uns Lebendigkeit fühlen. Diese findet nicht im Kopf statt!

Lebendig im eigenen Körper zu sein hat nichts mit Sportlichkeit, gutem Aussehen oder Gewicht zu tun. Es hat etwas mit Verkörperung und Verbindung zu tun.

Wie sehr lebe ich im Körper und kann ihn von innen spüren. In unserer Gesellschaft ist das ein blinder Fleck. Die meisten Menschen glauben, dass sie nur in ihrem Kopf etwas verändern müssen. Das ist nicht falsch, aber eben auch nicht vollständig.

Unser Körper ist der Zugang zu Erleben, Sinnlichkeit (nicht nur im Sinne von Erotik), Freude, Expansion, Erfüllung.

Und unser Körper braucht andere Körper – nein, damit meine ich nicht für Sex, obwohl uns auch dies lebendig fühlen lassen kann. Wir brauchen Berührung, Spiel, Ausgelassenheit, zusammen lachen und all die Dinge, die wir früher mal gemacht hatten und für die wir heute keine Zeit mehr haben.

Hinderlich ist auch, dass die meisten Menschen leider nicht glücklich mit ihrem Körper sind und darüber auch nicht mit sich. Wenn ich über die Jahre etwas gelernt habe, dann dass es wichtig ist, dass wir uns selbst eine gute Freundin/ein guter Freund werden und lernen uns zu mögen – dazu gehört auch unser Körper!

Wie wir dahin kommen?

Mit meiner Arbeit hier möchte ich die Lücke schließen zwischen Psychotherapie und Selbsthilfe und Coaching. Eine Freundin nannte es „Menschapie“ – ich möchte das tiefe Wissen, das Psychotherapie, Neurowissenschaften und Psychologie und die Anwendungsmöglichkeiten daraus, allen Menschen zur Verfügung stellen. Meine Therapieform „Somatische Emotionale Integration®“ heißt in Kurzform SEI®, ich denke, das bringt es auf den Punkt.

Ich glaube, jede und jeder kann davon profitieren und lebendiger werden.

Dem ist diese Seite und meine Arbeit gewidmet!

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