Selbstwert - wie viel Wertschätzung gibst du dir selbst?

Ohne Selbstwert gibt es auch kein Selbstbewusstsein

Selbstwert – die Liebe und der Respekt zu sich selbst

Unser Selbstwertgefühl ist sehr eng mit der Bewertung, die wir uns selbst zukommen lassen und den Vergleichen, die wir im Alltag machen, verbunden. Marshall Rosenberg, der Gründer der gewaltfreien Kommunikation soll einmal gesagt haben, dass das sich mit anderen zu vergleichen, eine der Autobahnen ins Unglück sei.

Dieser Einschätzung stimme ich zu und denke inzwischen, dass die einzige Person, mit der es sich lohnt, sich zu vergleichen du selbst bist. Es ist manchmal sinnvoll zu schauen, ob man besser geworden ist, ob sich das Leben inzwischen schöner anfühlt, ob man gesünder geworden ist, ob man freundlicher oder integrer ist als früher. Dieser Vergleich mit sich selbst ist sinnvoll, wenn du deiner selbst bewusst sein möchtest und wachsen willst. Die Gefahr dabei ist, dass man intern ein Ideal neben sich stellt und denkt, dass man schon viel weiter sein müsste… Dieses Ideal repräsentiert deine Ansprüche und Vorstellungen, aber ist kein Abbild deiner Selbst. Nimm es zur Kenntnis, aber höre nicht darauf. Versuche wirklich zu sehen, wie du dich entwickelt hast und vergiss nicht, dich zu loben.

Wikipedia sagt über das Selbstwertgefühl:

„Unter Selbstwert (auch: Selbstwertgefühl, Selbstwertschätzung, Selbstachtung, Selbstsicherheit, Selbstvertrauen) versteht man die Psychologie, die Bewertung, die man von sich selbst hat. Das kann sich auf die Persönlichkeit und die Fähigkeiten des Individuums, die Erinnerungen an die Vergangenheit und das Ich-Empfinden oder auf das Selbstempfinden beziehen. Unterschieden wird nicht nur, ob der Selbstwert einer Person hoch oder niedrig ist, sondern auch ob er stabil oder instabil, kontingent oder nicht-kontingent, explizit (bewusst kognitiv) oder implizit (unbewusst affektiv erfahrungsbedingt), sicher oder fragil ist“

Wenn man sich selbst zu einem niedrigen Preis verkauft,
wird niemand anderes diesen Preis erhöhen
Wilson

Unser Selbstwertgefühl bildet sich in unseren Kindertagen durch die sichere Verbindung mit unseren Bezugspersonen, deren freundlicher Spiegelung und wertschätzendem Verhalten uns gegenüber. Wir lernen Selbstwertgefühl auch durch Beobachtung und dem Zusammensein mit Bezugspersonen, die sich selbst positiv und wertschätzend sehen.

Wir beobachten, wie unsere Eltern mit uns, miteinander und mit sich selbst umgehen und lernen so, wie wir selbst mit uns umgehen. Kinder sind fantastische Beobachter, die eher auf das Verhalten achten und reagieren, als auf das, was gesagt wird. Es gibt Eltern, die ihre Kinder immer zu Selbstbewusstsein auffordern, aber selbst ständig nachgeben, keine Grenzen setzen und mit sich und/oder dem Kind abwertend umgehen. Das Kind lernt mehr aus der Realität als aus Worten, was es Wert ist.

Selbstwert entsteht auch durch Selbstwirksamkeit. Selbstwirksamkeit ist die Fähigkeit und die Überzeugung etwas positives zu bewirken, also Einfluss auf das eigene Leben nehmen zu können. Diese Fähigkeit/Überzeugung ist sehr wichtig für die subjektive Lebenszufriedenheit, da sich Menschen mit einem hohen Selbstwirksamkeitsgefühl als Akteure und LenkerInnen ihres Lebens empfinden und nicht als Opfer von Umständen oder Reagierende wahrnehmen. Diese Perspektive macht einen riesigen Unterschied im Lebensgefühl aus.

Nathaniel Branden, Autor des Buches „Die 6 Säulen des Selbstwertgefühls“ listet darin die folgenden Merkmale auf:

  1. Bewusstes Leben
  2. Selbstannahme
  3. Eigenverantwortliches Leben
  4. Selbstsicheres Behaupten der eigenen Person
  5. Zielgerichtetes Leben
  6. Persönliche Integrität

Ich sehe die größten Schwierigkeiten für die meisten Menschen in Punkt 2, Punkt 5 und 6. Die wenigsten Menschen sind wirklich ihr eigener bester Freund. Der Kampf und die Kritik mit sich selbst ist für viele so normal und alltäglich, dass sie kaum merken, wie sehr sie mit sich selbst im Clinch liegen. Hast du deine inneren Kommentare mal ein paar Tage beobachtet? Wie sieht es bei dir aus?

Ein zielgerichtetes Leben: Hast du Ziele, die du aufgeschrieben hast und die ein Datum haben, wann du sie erreicht haben möchtest? Hast du dir Gedanken gemacht, was du im Leben erreichen, sehen, erleben und fühlen möchtest, damit du glücklich und zufrieden sterben kannst? Wenn die Antwort Nein ist, dann ist es ein lohnenswertes Projekt!

Persönliche Integrität: Was ist das eigentlich? Es bedeutet, dass ich in Übereinstimmung mit meinen Werten lebe (nach welchen Werten lebst du?). Jedes Mal, wenn ich diese Werte verletze, leidet mein Gefühl für Integrität. Dies führt zu einem Verlust von Lebensfreude und Selbstwertgefühl. Brichst du immer wieder Versprechen und Entschlüsse, die du für dich selbst getroffen hast, so nimmst du dich irgendwann nicht mehr wirklich ernst. Das ist starker Verlust an persönlicher Integrität.

Man weiß heute, dass der Verlust an Integrität mit einem starken Verlust an Lebenszufriedenheit einhergeht. Manchmal wissen Menschen das gar nicht, weil sie sich selbst nie richtig mit den eigenen Werten auseinander gesetzt haben. Du merkst vielleicht nur so eine untergründige Unzufriedenheit mit deinem Leben, kommst aber nicht darauf, dass es etwas mit einem Mangel an Integrität zu tun hat.

Es lohnt sich also, dich damit zu beschäftigen und dir über deine Werte klar zu werden und dein Selbstwertgefühl zu stärken.

"Mensch Sein"

Der Kurs, der dich monatlich erinnert, was wichtig ist
Hier mehr Infos
Share This