Unruhe und Stress

Wenn man nicht mehr zur Ruhe kommt

Unruhe und Stress – wenn du nicht mehr zur Ruhe kommst

Kennst du das Gefühl, dass dir oft alles zu viel ist und du dich nach Ruhe und Entspannung sehnst? In dem Moment, wo du Zeit hast zur Ruhe zu kommen, fällt dir aber immer etwas ein, das du unbedingt noch machen solltest… Und schon bist du wieder auf den Beinen oder hast das Gefühl die Ruhe überhaupt nicht genießen zu können?

Dieses Gefühl „Hummeln im Hintern“ zu haben, einfach nicht still sitzen zu können und sich unwohl zu fühlen, wenn es still wird – dieses Gefühl kennen immer mehr Menschen.

Es scheint immer schwerer für viele Menschen zu sein, mit sich selbst allein zu sein und sich zu spüren. Alleine zu sein mag vielleicht noch gehen, aber sich zu fühlen und ohne äußere Reize zu sein, das ist schon schwieriger. Um uns selbst zu fühlen und in Kontakt mit uns zu kommen, brauchen wir Stille und Nichts-tun.

Unser Kopf ist aber inzwischen unglaublich dominant und befiehlt konstante Stimulation. In jeder freien Minute lassen wir uns berieseln mit Information bzw. Ablenkung. Es gibt kaum noch einen Ort, in dem wir nicht erreichbar sind und kein elektronisches Ping unsere Aufmerksamkeit fordert.

Je mehr wir im Alltag gefordert sind und je mehr auf uns ein prasselt, desto krasser wird der Bruch, wenn es still wird um uns. Je stiller unsere Umgebung, desto mehr nehmen wir die Unruhe in uns wahr.

Probiere es einfach einmal aus. Setz dich 10 min auf einen Sessel oder deine Couch und tue nichts. Kein Lesen, kein Handy, kein Computer, kein anderer Mensch – wirklich nichts. Und bitte schlafe nicht ein – das gilt nicht! Dann sei einfach da und beobachte, wie du dich in deinem Körper fühlst und welche Gefühle da sind. Du musst nichts damit machen, du nimmst einfach nur wahr, wie es dir geht.

Die modernen Menschen werden nicht mit der Peitsche,
sondern mit Terminen geschlagen“
Telly Savallas

Was hast du erlebt?

Ist dein Leben sehr stressig und geprägt von vielen Terminen, dann bin ich inzwischen überzeugt, dass es in dir unruhig ist. Menschen stellen im Außen das her, was im Innen schon da ist. Es gibt Menschen, die lassen sich beurlauben, weil ihnen alles zu viel ist und haben innerhalb von 4 Wochen den gleichen Stress, wie vorher mit Arbeit.
Je lauter und unruhiger es um uns herum ist, desto weniger müssen wir die Unruhe in uns selbst fühlen.

In der Stille klopfen Erinnerungen und auch unangenehme Gefühle an und wollen gesehen werden. Dies ist auch unbedingt notwendig, damit wir diese Dinge integrieren können. Auch und gerade Dinge, derer wir uns nicht bewusst sind, bestimmen oft unser Leben, Fühlen und Handeln!

Begegnen wir uns selbst in der Stille, können wir uns darüber bewusst werden, ob unser Leben, unsere Arbeit oder unsere Beziehung wirklich so ist, wie wir sie uns wünschen. Wir brauchen immer wieder Zeit und Ruhe, um zu uns zurück zu finden aus der Hektik und dem konstanten Funktionieren des Alltags.

Diese innere Unruhe ist die Vorstufe und manchmal das Äquivalent zu Stress. Je schneller wir im Alltag rennen, um hinterher zu kommen, je mehr wir glauben, dass wir, wenn wir alles erledigt haben, endlich Pause haben, desto stressiger wird unser Leben. Äußere Anforderungen erzeugen Stress, doch innere Gedanken und Interpretationen können noch mehr Stress erzeugen, als es äußere Umstände je könnten.

Die Gedanken nicht „genug“ oder nicht „perfekt“ zu sein, können enorm viel Stress erzeugen. Ebenso eine Überbewertung der eigenen Rolle/Funktion, der Gedanke nicht ersetzbar zu sein oder Dinge und Situationen retten zu müssen, führt dazu, immer weiter zu ackern und sich selbst zu vergessen.

Gerade wenn wir innere Überzeugungen haben, die uns sagen:

  • Man muss etwas tun, um geliebt zu werden…
  • Ich habe nur eine Lebensberechtigung, wenn ich etwas leiste…
  • Nur wenn ich es mache, wird es gut…
  • Vertraue keinem…
  • Ich muss nur noch das machen…
  • Kein anderer kann das..
  • Ich habe keine Alternative…
  • ….

Diese inneren Überzeugungen führen dazu, immer mehr zu tun und leisten und damit zu konstantem Stress. Wir opfern als erstes die Dinge, die uns eigentlich Kraft geben und streichen sie aus unserem Terminkalender. Wir verhalten uns also genauso, dass wir noch mehr Kraft verlieren, weil wir die Kraftquellen vernachlässigen.

Stress ist ein innerer Zustand, der durch ein Zusammenspiel von inneren und äußeren Faktoren entsteht. Meiner Erfahrung nach sind aber die inneren Überzeugungen und Bewertungen ausschlaggebend.

Schau dir deine Situation wirklich ehrlich an und schaue, wo die Stellschrauben sind. Frag einen Freund oder eine gute Freundin, die du als viel entspannter als dich selbst erlebst und bitte sie darum, dir einmal zuzuhören und die Stellschrauben für deinen Stress zu finden. Dann setze deine Erkenntnisse nach und nach um. Es lohnt sich.

Wir sind nicht auf der Welt, um zu funktionieren – wir sind auf der Welt, um zu leben!

 

"Mensch Sein"

Der Kurs, der dich monatlich erinnert, was wichtig ist
Hier mehr Infos
Share This