Selbstregulation ist eine der wichtigsten Grundfertigkeiten in unserem Leben

Wer sich nicht gut regulierten kann, hat oft sehr viel Stress, sehr viel Frustration und leider auch häufig sehr viele Probleme im Leben.

„Emotionale Fitness“ oder Selbstregulation ist die Fähigkeit, sich selbst so gut regulieren zu können, dass wir sowohl angenehme als auch unangenehme Gefühle in uns ausbalancieren können

Was heißt das genau? Wir leben momentan in einer Gesellschaft, die ein bisschen so tut, als seien Gefühle lediglich eine Reaktion auf das Außen. Du guckst mich schräg an – also fühl ich mich schlecht. Ich wache morgens zu spät auf – also bin ich gestresst. Die Ursache oder der Auslöser ist immer im „Draußen“ und die Antwort immer „Innen“. Das ist aber nur zum Teil wahr.

Unsere Interpretationen sind wie ein Filter

Das, was wir ganz oft nicht verstehen, ist der Filter den wir auf Ereignisse setzen. Eine Information die wir von außen, also zum Beispiel von unseren Mitmenschen bekommen, interpretieren wir auf eine bestimmte Art. Das ist ganz normal, nur vergessen wir oft dabei, dass es sich erstmal „nur“ im eine Interpretation handelt. Wie wir einen Reiz der von außen kommt interpretieren, hat allerdings einen riesigen Einfluss darauf, wie wir uns fühlen. Das andere was wir denken ist, dass wir insofern einen Einfluss haben auf unsere Gefühle, dass wir sie intern in unserem Körper modellieren können.

Gefühle sind nichts anderes als interpretierte Körperempfindungen

Stell dir vor, du gehst die Straße entlang, es ist Nacht – dir kommen irgendwelche zwielichtigen Gestalten entgegen. Du merkst, du bekommst ein Ziehen oder Kribbeln im Bauch, es wird dir eng in der Brust, dein Herz schlägt aufgeregter, du atmest weniger und bekommst ein Gefühl von Enge. Das was du dann interpretierst ist, dass du Angst hast, Furcht oder Unsicherheit.

Gegendarstellung

Stellen wir uns eine andere Situation vor. Wenn du frisch verliebt bist und noch nicht genau weißt, ob dein Gegenüber dich auch toll findet, wirst du, wenn du sie oder ihn triffst, die selben Empfindungen haben wie oben beschrieben. Interessant, nicht wahr?In diesem Fall würdest du aber nie und nimmer auf die Idee kommen, diese Gefühle als Angst zu interpretieren. Vermutlich interpretierst du deine Empfindungen als Aufregung oder sogar Verliebtheit. Dieses Beispiel zeigt deutlich, was deine Interpretatio mit deiner Stimmung macht und wie du dich danach fühlst. Dass du nachts alleine auf der Straße mit zwielichtigen Leuten keine Verliebtheit interpretierst ist dabei natürlich klar. Deine Körperempfindungen können trotzdem sehr ähnlich sein oder sogar gleich. Im Alltag gibt es hunderte von Situationen, die sich nicht so eindeutig interpretieren lassen wie die beiden vorgenannten Situationen. Dann kann es passieren, dass wir unsere Körperempfindungen aufgrund eines äußeren Reizes auf eine Art interpretieren oder einschätzen und darüber eine Stimmung in uns hervorrufen, die nicht unbedingt der realen Situation angemessen ist. Diese Interpretationen aufzudecken und die eigenen Körperempfindungen zu beobachten ist nicht immer einfach, aber unser Ziel.

Eine andere Ebene der Selbstregulation ist dein Umgang mit Stress

Wer kennt es nicht? Du liegst abends im Bett und denkst, denkst nach einer halben Stunde immer noch und auch die Hälfte der noch verbleibenden Nacht ist mit Gedanken und Ideen voll. Oder, wenn jemand etwas unangemessenes zu dir sagt, reagierst du dann ganz schnell und „haust“ um dich oder weißt gar nicht was du antworten sollst? Oder kannst du dich schlecht konzentrieren, nur schwer präsent bleiben, wenn dir jemand etwas erzählt? Wie gehst du mit Kritik um und wie setzt du Grenzen? Bekommst du Wutanfälle oder fällst du in „Löcher“ und tauchst ab?All das sind Reaktionen die zeigen, wie es um unsere Selbstregulation bestellt ist. Es sind Situationen, in denen die Energie im Körper steigt, wir wohlmöglich Stress haben oder angestrengt sind. Dieser Zustand erfordert es, uns intern zu regulieren. Beliebte Möglichkeiten sind z.B. Schokolade essen, rauchen, einen Wein trinken etc. Ist es dir möglich, anders zu reagieren? Oder musst du einfach zugreifen. Kannst du deine Impulse regulieren oder ist es dir sogar möglich, erst gar nicht in einen solchen Zustand der Über – oder Untererregung zu kommen?Wir wissen heute, dass die Selbstregulationsfähigkeit eine Voraussetzung ist, um später gute Beziehungen zu führen, wie erfolgreich wir sein werden, auf welche Art auch immer und wie glücklich wir uns fühlen. Wie kann ich stressige Ereignisse ausbalancieren, wie kann ich Gefühle empfinden ohne dass ich mich überfordert fühle, wie schaffe ich es, Gedanken auch einmal gehen zu lassen und mich nicht daran festzubeißen. Die Antwort auf all diese Fragen ist eine gute Selbstregulation!

Eine der wichtigsten Regulationsmöglichkeiten ist unser Atem

Wir lernen von früher Kindheit an, dass wir über den Atem unsere Emotionen regulieren können. Haben wir Stress, halten wir die Luft an, sind wir wütend, schnauben wir wie ein Walross, freuen wir uns, juchzen wir usw. Wir können also unseren Atem nutzen, um uns in einen regulierten Zustand zu bringen. Aber auch das regelmäßige Atmen will geübt sein. Es kann im Alltag sehr hilfreich sein, wenn wir stressigen Situationen ausgesetzt sind, einmal tief einzuatmen, die Luft anzuhalten und dann lang auszuatmen. Hört sich simpel an, ist es auch. Trotzdem machen wir das oft nicht. Darum möchte ich dich einladen, das einmal auszuprobieren. Am besten 4-5 mal am Tag. Wenn du nicht dran denkst, stell dir dein Handy und beobachte, wie es dir damit geht.Wenn du mehr zum Thema Selbstregulation erfahren möchtest, kannst du hier nachlesen:

Selbstregulation

 


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